Sozialwissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Förderkonzeptes: „Förderung von benachteiligten und schwer zu erreichenden jungen Menschen nach §13 SGB VIII und §16h SGB II“ im Landkreis Esslingen

 

Laufzeit: 12/2018-08/2021

Reichweite: Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg)

Inhalte:
Das Förderkonzept GO!ES-Jugendbüros und WorKmobil im Landkreis Esslingen fokussiert sich auf die Zielgruppe der benachteiligten und schwer zu erreichenden jungen Menschen. Es bündelt Fördermöglichkeiten verschiedener Rechtskreise und versucht diese, unter Verwendung innovativer Methoden der Jugendsozialarbeit, solchen jungen Menschen anzubieten, die unter den bisherigen Bedingungen keine Anbindung an die Hilfesysteme haben. Charakteristisch für das Projekt ist die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit von Kommune, Jobcenter und Arbeitsagentur, deren Fördermöglichkeiten im Rahmen der zentralen Koordinierung aufeinander abgestimmt werden. Zudem trägt das Projekt durch eine dezentrale Struktur den geografischen Bedingungen des Landkreises Rechnung. Das Programm wird durch die Leitung der Jugendberufsagentur im Landkreis Esslingen gesteuert. Umgesetzt wird das Förderkonzept durch sechs Träger der offenen Jugendhilfe. Die Koordination obliegt dem Kreisjugendreferat Esslingen. Es wird finanziert durch Mittel des Landkreises nach §13 SGBVIII, Mittel des Jobcenters nach §16h SGBII und Sachmittel der kreisangehörigen Kommunen an den Programm-Standorten. Bemerkenswert ist das starke Engagement der kommunalen Seite, die das Programm als Start eines langfristig erfolgenden Angebotes im Landkreis ansieht.

Ziele:
Das Projekt verfolgt das Ziel, eine grundlegende Förderstruktur für benachteiligte, schwer zu erreichende und „aus den Systemen gefallene“, junge Menschen sicher zu stellen. Maßgeblich sind dafür vor allem passgenaue Angebote, die darauf ausgerichtet sind, individuelle Benachteiligungen und Problemlagen auszugleichen und den jungen Menschen einen Zugang zu Bildungsprozessen, Maßnahmen der Arbeitsförderung und dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu ermöglichen. Das Konzept begrenzt sich nicht auf rein quantitative Output-Ziele, beschreibt stattdessen anhand von vier zentralen Aufgabenfeldern, wie eine erfolgreiche und ergebnisorientierte Umsetzung durch die Träger erfolgen soll.

Diese sind:

  • Ergebnisoffenes Hilfsangebot gestalten
  • Kontaktaufnahme bei akuten Problemlagen
  • Heranführung an die Leistungs- und Bildungssysteme
  • Netzwerke kennen und nutzen.

Die Träger firmieren an den fünf Standorten einheitlich als GO!ES-Jugendbüros. Offene Zugänge, kontinuierliche Beziehungsarbeit und individuelle Begleitung sind zentrale Merkmale der Trägerarbeit, die auch aufsuchende Sozialarbeit umfasst. Das nachgelagerte Angebot WorKmobil beinhaltet niedrigschwellige Angebote der Stabilisierung und beruflichen Orientierung mit der Perspektive, in Arbeit, Ausbildung oder eine Maßnahme des Regelsystems einzumünden.

Die Aufgaben des ism liegen in der sozialwissenschaftlichen Begleitung und der Evaluation des Förderkonzeptes. Im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Begleitung, wird durch Beratung und Prozessbegleitung dazu beigetragen, dass rechtskreisübergreifende Kooperationsprozesse vor Ort entstehen bzw. vertieft und verstetigt werden und die Implementierung der beabsichtigten Förderstruktur im Landkreis gelingt. Umgesetzt wird dies bspw. durch Transparenz- und Vernetzungsworkshops sowie die Moderation von Gremien und Steuerungskreisen auf operativer und strategischer Ebene.

Die Evaluation hat das Ziel, Informationen und Daten zu generieren, die Aussagen über die erzielten Ergebnisse und Wirkungen des Projektes ermöglichen. Es werden Instrumente zur Dokumentation bereitgestellt, die ein kontinuierliches Monitoring ermöglichen und somit differenzierte steuerungsrelevante Informationen und Daten bereits im laufenden Umsetzungsprozess sammeln helfen. Erkenntnisse aus der laufenden Evaluation können bereits in der strategischen Steuerung der Umsetzung berücksichtigt werden. Daneben werden standardisierte Akteurs- und Teilnehmendenbefragungen sowie qualitative Gruppeninterviews umgesetzt, um die Wirkung des Förderkonzeptes auf Ebene der Träger, wie auch der Adressaten der Förderangebote zu messen.

Ansprechpartner:

Dr. Oliver Dick
oliver.dick(at)ism-mainz.de

Dr. Michael Seligmann
michael.seligmann(at)ism-mainz.de

Jonas Lichtenberg
jonas.lichtenberg(at)ism-mainz.de

 

Kontakt:

Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism)
Augustinerstraße 64-66
55116 Mainz
Telefon: 06131 - 906 18 - 10
Fax: 06131 - 906 18 - 50