23.05.2017

Bedeutender kanadischer Wissenschaftspreis geht an Vorstand des ism


Prof. Werner Nell, seit 1993 Mitglied und seit vielen Jahren einer der drei geschäftsführenden Vorstände des ism, wurde am 16. Mai 2017 mit dem John G.-Diefenbaker Award, dem höchstdotierten Wissenschaftspreis Kanadas für einen deutschen Wissenschaftler, ausgezeichnet. Der 1991 begründete Preis, der nach dem ehemaligen kanadischen Ministerpräsidenten John G. Diefenbaker (1895-1979) benannt ist, wird einmal pro Jahr durch das Canada Council of the Arts vergeben und ist mit knapp 100 000 CAD dotiert. Damit soll einem deutschen Wissenschaftler für ein Jahr ermöglicht werden, an einer kanadischen Universität zu forschen; zugleich sollen damit auch die deutsch-kanadischen Wissenschaftsbeziehungen gestärkt werden. Werner Nell, der an der Martin-Luther-Universität in Halle Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften lehrt, nimmt seit 2008 eine Honorarprofessur an der Queen’s University in Kingston (Ontario) wahr, die ihn auch für die Auszeichnung nominiert hatte. Es ist das erste Mal, dass Queen’s diesen renommierten Preis einwerben konnte und Werner Nell wird für sein Forschungsprojekt auch dort seinen Platz haben. Sein damit zugleich prämiertes Forschungsprojekt zu „Urban villagers in the Arrival City“ wurde zum einen aus der langjährigen Begleitung von Arbeitsprojekten aus dem Bereich Migration im ism entwickelt, zum anderen stellt es eine Weiterführung von Fragestellungen und Arbeitsergebnissen dar, die im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten und von ihm geleiteten Forschungsprojekts „Experimentierfeld Dorf“ erkundet bzw. erhoben wurden und an dem das ism als Kooperationspartner beteiligt ist.

Im nunmehr ausgezeichneten Projekt wird es im deutsch-kanadischen Vergleich darum gehen, zu erkunden, was aus den Lebenserfahrungen, (Über-)lebenstechniken und Werthaltungen der überwiegend aus ländlichen Erfahrungsräumen stammenden Migranten wird, wenn sie in den großen Städten der Industriegesellschaften kommen („arrival city“). Diese dienen, so der kanadische Publizist Doug Saunders, zunächst als Ankunftsorte, Sozialisations- und Akkulturationsräume und stellen zugleich als Sphären des Übergangs Ausgangspunkte dafür dar, wie sich ein Leben unter den Bedingungen fortschreitender Moderne (Mobilität, Unruhe und Selbstbestimmung) gestalten lässt. Literatur, andere Künste und symbolische Ordnungen lassen sich in dieser Hinsicht ebenso als Entwurfs- und Reflexionsmöglichkeiten erkunden wie sie für innergesellschaftliche Aushandlung und Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen und Individuen nützlich (zumindest symptomatisch) sein können; deshalb setzt das vorliegende Projekt auch hier ein …

Weiteres unter: http://canadacouncil.ca/spotlight/2017/05/molson-prizes-diefenbaker-award

WN 22.05.2017

 

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